Manchmal sitze ich einfach da und merke, wie erschöpft ich eigentlich bin. Nicht nur körperlich, sondern tief innen. Es ist dieses leise Gefühl, dass ich zwar funktioniere, aber mich selbst dabei irgendwie verloren habe. Kennst du das auch? Dieser Zustand, in dem du alles erledigst, was getan werden muss, für alle da bist, alles im Blick hast – und trotzdem das Gefühl hast, dass etwas fehlt?
Ich habe lange geglaubt, dass genau das „normal“ ist. Dass es dazugehört, besonders als Mutter. Dass dieses permanente Funktionieren einfach Teil des Lebens ist. Und irgendwie habe ich mich damit abgefunden. Habe meine Bedürfnisse hinten angestellt, meine Gedanken leiser werden lassen und meine Intuition Stück für Stück überhört. Nicht bewusst – sondern schleichend, fast unbemerkt.
Der Moment, in dem du dich selbst wieder fragst
Doch irgendwann kam dieser Moment, in dem ich nicht mehr konnte. Kein großer Knall, es war ein ehrlicher Blick nach innen. Und da war sie plötzlich – diese Frage, die ich so lange verdrängt hatte: Wo bin ich eigentlich in all dem geblieben?
Ich glaube, genau hier beginnt der Weg zurück in die Selbstverantwortung. Nicht mit einem Plan, nicht mit einem Ziel, sondern mit diesem einen ehrlichen Moment. Mit dem Mut, hinzuschauen. Zu fühlen, was da ist. Auch wenn es unangenehm ist. Auch wenn es weh tut.
Zurück zu dir – Schritt für Schritt
Für mich war das kein geradliniger Weg. Es war ein Herantasten, ein Ausprobieren. Ein immer wieder Zurückfallen in alte Muster – und dann doch wieder ein kleines Stück nach vorne. Ich habe angefangen, mir selbst wieder zuzuhören. Nicht den Stimmen im Außen, nicht den Erwartungen, sondern mir. Meiner inneren Stimme, die lange sehr leise geworden war.
Und weißt du, was ich dabei gemerkt habe? Dass Selbstverantwortung nichts mit Druck zu tun hat. Es geht nicht darum, alles „richtig“ zu machen oder sich noch mehr aufzubürden. Es geht darum, sich selbst wieder ernst zu nehmen. Die eigenen Bedürfnisse nicht länger zu übergehen. Sich selbst die gleiche Aufmerksamkeit zu schenken, die wir so selbstverständlich anderen geben.
Die Kraft der kleinen Entscheidungen
Ich habe begonnen, kleine Dinge zu verändern. Keine großen Umbrüche, keine radikalen Entscheidungen. Sondern kleine, ehrliche Schritte. Ein bewusstes Nein hier. Ein Moment für mich dort. Ein Innehalten, bevor ich automatisch reagiere. Und mit jedem dieser Schritte habe ich ein Stück mehr gespürt: Ich bin da. Ich gestalte mein Leben mit.
Selbstverantwortung bedeutet für mich heute nicht, alles im Griff zu haben. Sondern mich selbst nicht mehr aus den Augen zu verlieren. Mich immer wieder zu fragen: Was brauche ich gerade wirklich? Und mir dann auch zu erlauben, danach zu handeln – ohne schlechtes Gewissen, ohne Rechtfertigung.
Du darfst immer wieder neu beginnen
Natürlich gibt es auch heute noch Tage, an denen ich zurück in den Funktionsmodus rutsche. Tage, an denen alles zu viel ist und ich mich wieder verliere im Tun. Aber der Unterschied ist: Ich erkenne es schneller. Und ich finde auch schneller wieder zurück. Zu mir.
Vielleicht ist das der wichtigste Schritt: nicht perfekt zu sein, sondern bewusst. Nicht alles sofort zu verändern, sondern überhaupt erst wieder zu spüren. Denn genau dort beginnt Veränderung – leise, ehrlich und in deinem eigenen Tempo.
Ein leiser Impuls für dich
Vielleicht magst du dir einen Moment Zeit nehmen und dich fragen:
Wann hast du dich das letzte Mal wirklich gespürt?
Und was wäre ein kleiner Schritt, mit dem du heute wieder ein Stück mehr bei dir ankommen könntest?
Alles Liebe zu dir
deine Impulsstifterin 🩷