Kreative Auszeiten – warum ich mir diese Pausen heute erlaube

Ich habe lange gedacht, dass kreative Auszeiten etwas für Menschen sind, die viel Zeit haben. Für Frauen, die organisiert sind, ihre Termine im Griff haben und irgendwo noch Platz für schöne Hobbys finden. Oder für Menschen, die sich selbst als kreativ bezeichnen und scheinbar ständig neue Ideen haben.

Für mich fühlte sich das oft weit weg an. Mein Alltag war voll. Da waren Aufgaben, Termine, Familie, Gedanken im Kopf und immer irgendetwas, das zuerst erledigt werden musste. Wenn dann mal ein freier Moment da war, habe ich ihn meistens genutzt, um noch schnell etwas wegzuarbeiten oder etwas nachzuholen, das liegen geblieben war.

Und trotzdem habe ich immer wieder gemerkt, dass mir etwas fehlt.


Wenn alles läuft – aber du innerlich leer wirst

Nach außen lief vieles ganz normal. Der Alltag funktionierte. Ich habe organisiert, begleitet, eingekauft, mitgedacht, mich gekümmert und gemacht, was eben anstand. So wie viele Frauen und Mütter es jeden Tag tun.

Aber innerlich wurde ich oft müde. Nicht unbedingt körperlich, sondern eher im Kopf und im Herzen. Mir haben frische Gedanken gefehlt, Leichtigkeit und dieses Gefühl, auch einmal etwas nur für mich zu tun, ohne dass es einen Zweck erfüllen muss.

Ich habe gemerkt, dass man den ganzen Tag beschäftigt sein kann und sich trotzdem leer fühlt. Man ist ständig im Tun, aber kaum noch bei sich selbst. Genau da habe ich verstanden, dass ich etwas verändern muss.


Kreative Auszeiten sind nichts Überflüssiges

Früher dachte ich oft, solche Pausen seien Luxus. Erst kommt alles andere, dann irgendwann ich. Vielleicht kennst du diesen Gedanken auch.

Heute sehe ich das anders. Kreative Auszeiten sind für mich keine Nebensache mehr. Sie sind eher kleine Tankstellen im Alltag. Momente, in denen ich wieder auftanken kann, ohne etwas leisten zu müssen.

Dabei geht es gar nicht darum, etwas Besonderes zu schaffen. Ich muss nicht malen können, kein Buch schreiben und auch nichts basteln. Es reicht oft schon, mir bewusst Raum zu geben. Ein Moment, in dem nicht gleich wieder jemand etwas von mir braucht.

Manchmal gehe ich eine Runde spazieren, manchmal schreibe ich Gedanken auf, manchmal sitze ich einfach mit einem Kaffee da, ohne nebenbei etwas zu erledigen. Und oft merke ich danach sofort einen Unterschied. Ich bin ruhiger, klarer und wieder mehr bei mir.

Warum ich mir diese Zeit heute bewusst nehme

Früher habe ich immer gewartet, bis irgendwann Zeit übrig bleibt. Vielleicht nächste Woche, vielleicht am Wochenende, vielleicht dann, wenn endlich alles erledigt ist.

Heute weiß ich, dass diese Zeit selten einfach übrig bleibt. Der Alltag findet immer etwas Neues, das wichtiger wirkt. Irgendetwas ist immer noch zu tun.

Darum nehme ich sie mir heute bewusster. Nicht stundenlang und nicht perfekt geplant, sondern so, wie es eben geht. Zehn Minuten. Zwanzig Minuten. Ein kleiner Moment zwischendurch.

Denn ich merke inzwischen sehr deutlich, was passiert, wenn ich das nicht tue. Dann werde ich schneller gereizt, enger im Kopf, unruhiger und irgendwie leer. Ich funktioniere zwar noch, aber ich bin nicht mehr richtig verbunden mit mir selbst.


Wie das ganz praktisch aussehen kann

Ich halte das inzwischen sehr einfach. Ohne Druck, ohne Anspruch und ohne dass etwas Tolles dabei herauskommen muss.

Wenn mir nach Schreiben ist, schreibe ich ein paar Zeilen. Wenn ich frische Luft brauche, gehe ich raus. Wenn ich Ruhe brauche, setze ich mich hin. Wenn ich Lust habe, etwas Schönes zu gestalten, dann mache ich das.

Und wenn mir einfach nach nichts ist, dann darf auch das sein. Das war für mich ein wichtiger Punkt. Nicht jede Pause muss produktiv sein. Nicht jeder freie Moment braucht ein Ergebnis.

Manchmal reicht es völlig, einfach kurz durchzuatmen und wieder bei sich anzukommen.


Neue Impulse kommen oft dann, wenn wir langsamer werden

Ich habe gemerkt, dass gute Gedanken selten kommen, wenn ich unter Druck stehe. Wenn ich von einer Aufgabe zur nächsten renne, ist zwar viel Bewegung im Außen da, aber kaum Raum im Inneren.

Neue Ideen kommen oft dann, wenn ich langsamer werde. Wenn ich kurz stehen bleibe, durchatme und mich selbst wieder höre. Genau dann tauchen plötzlich Gedanken auf, auf die ich im Stress nie gekommen wäre.

Diese kleinen kreativen Pausen bringen mir deshalb nicht nur neue Impulse. Sie bringen mir oft mich selbst zurück. Und das ist manchmal noch wertvoller.

Was ich dir von Frau zu Frau sagen möchte

Du musst dir solche Momente nicht erst verdienen. Du musst nicht erst alles erledigt haben und du musst auch nicht warten, bis niemand mehr etwas von dir will.

Auch du darfst Raum haben. Auch du darfst auftanken. Auch du darfst etwas tun, das nur dir guttut. Nicht irgendwann, sondern jetzt schon in kleinen Schritten.

Denn oft braucht es gar nicht viel. Manchmal reicht ein Moment, in dem du dich selbst wieder wichtig nimmst.


Zum Schluss

Kreative Auszeiten müssen nicht groß sein. Sie müssen nicht perfekt geplant sein und sie müssen nach außen auch nicht besonders aussehen.

Sie dürfen klein, leise und einfach sein. Aber sie können viel verändern. Mehr Ruhe, mehr Klarheit und mehr Verbindung zu dir selbst.

Und manchmal reicht genau das schon, damit sich ein ganzer Tag anders anfühlt.

Ich wünsche dir diese kleinen Momente, in denen du wieder bei dir ankommst.

 

Von Herz 
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