Wonach suchen wir eigentlich?

Diese Frage begleitet mich schon lange.

Vielleicht länger, als mir bewusst war.

 

Wonach suchen wir eigentlich, wenn wir sagen, wir wollen ankommen?

 

Einen Ort?

Eine Gemeinschaft?

Ein Gefühl von Zugehörigkeit?

 

Ich glaube, es ist von allem ein bisschen.

 


 

Fünf Jahre Beobachten, Leben, Dazwischensein

 

In den letzten fünf Jahren habe ich viel gesehen.

Gelebt.

Beobachtet.

 

Nicht nur bei mir, sondern bei vielen anderen Familien,

bei Müttern, die ähnlich fühlen und denken wie ich.

 

Wir haben Gemeinschaften ausprobiert.

Neue Lebensformen.

Nähe, Austausch, gemeinsames Tragen.

Gemeinschaft als Sehnsucht – und als Herausforderung

 

Was ich dabei gelernt habe:

Gemeinschaft ist wunderschön.

Und gleichzeitig anspruchsvoll.

 

Sie stillt eine tiefe Sehnsucht:

gesehen zu werden, verstanden zu werden,

nicht alles allein tragen zu müssen.

 

Und doch bringt sie uns immer auch mit uns selbst in Kontakt.

Mit unseren Erwartungen.

Unseren Prägungen.

Unseren alten Mustern.

 

Gemeinschaft ist kein sicherer Hafen, in dem nichts mehr wehtut.

Sie ist ein lebendiger Raum.

 


 

Warum wir manchmal weiterziehen

 

Ich habe gesehen – bei mir und bei anderen –

dass dieses Weiterziehen oft missverstanden wird.

 

Als Unruhe.

Als Bindungsangst.

Als „nie zufrieden sein“.

 

Dabei ist es manchmal etwas ganz anderes.

 

Ein inneres Spüren:

Hier war Wachstum.

Hier war Nähe.

Und jetzt passt es nicht mehr ganz.

 

Nicht, weil es schlecht war.

Sondern weil wir uns verändert haben.

Ankommen heißt nicht, für immer zu bleiben

 

Vielleicht ist das der Punkt, den wir neu denken dürfen.

Ankommen heißt nicht, dass wir nie wieder gehen.

Ankommen heißt vielleicht, dass wir uns erlauben,

eine Zeit lang wirklich da zu sein.

 

Mit allem, was wir sind.

 

Und wenn es sich wandelt, dürfen wir weitergehen –

ohne Schuld, ohne Drama, ohne das Gefühl, versagt zu haben.

 


 

Gemeinschaft ersetzt nicht die Verbindung zu dir selbst

 

Was mir klar geworden ist:

 

Keine Gemeinschaft, kein Ort und kein Mensch

kann uns das Gefühl geben, wirklich bei uns zu sein –

wenn wir es selbst nicht sind.

 

Gemeinschaft kann tragen.

Spiegeln.

Stärken.

 

Aber sie kann uns nicht abnehmen, uns selbst zu spüren.

 


 

Vielleicht suchen wir gar nicht das Bleiben

 

Vielleicht suchen wir nicht den perfekten Ort.

Nicht die perfekte Gruppe.

Nicht die eine Gemeinschaft, die alles löst.

 

Vielleicht suchen wir etwas anderes:

 

Das Vertrauen, dass wir uns selbst mitnehmen können.

 

Dass wir uns nicht verlieren, auch wenn wir weiterziehen.

 

Dass wir in Verbindung bleiben – mit uns

und mit anderen – auch wenn Formen sich verändern.

Ein leiser Gedanke zum Mitnehmen

 

Wenn du gerade zwischen Ankommen und Weiterziehen stehst,

dann bist du nicht falsch und sicher auch nicht allein.

 

Spüre einfach mal eine weile in dich und sei ehrlich zu dir:

Ehrlich mit dem, was gerade stimmig ist – und was nicht mehr.

 


 

Zum Schluss

 

Ankommen ist kein Zustand.

 

Es ist ein inneres Ja zu dem, was gerade da ist.

 

Und Weiterziehen ist kein Scheitern.

Sondern manchmal einfach der nächste ehrliche Schritt,

der dich weiter wachsen lässt.

 

Deine ImpulsStifterin 💛

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