Es sind oft nicht die großen Dinge.
Nicht das Offensichtliche.
Nicht das Laute.
Sondern wiederkehrende Kleinigkeiten.
Ein bestimmter Blick.
Ein immer ähnlicher Kommentar.
Ein Tonfall, der sich wiederholt.
Und genau das macht es so schwer greifbar.
Wenn wir von einer Mobbing sprechen
Mit Mobbing meine ich nicht einen einzelnen Satz.
Sondern etwas, das sich wiederholt.
-
ähnliche Worte immer wieder fallen
-
gleiche Blicke sich wiederholen
-
dieselben Menschen immer wieder abwertend reagieren
-
jemand regelmäßig ausgeschlossen wird
-
oder ein Mensch dauerhaft in die gleiche Rolle gedrängt wird
Und genau diese Wiederholung
trifft irgendwann mitten ins Herz.
Nicht, weil ein einzelner Moment so schlimm wäre –
sondern weil er sich festsetzt.
Warum mich das besonders berührt
Vielleicht spüre ich solche Situationen
auch deshalb so deutlich, weil ich sie selbst kenne.
Nicht als Mutter.
Sondern aus meiner eigenen Kindheit.
Ich weiß noch,
wie sich diese leisen Spitzen angefühlt haben.
Dieses Gefühl, nicht richtig dazuzugehören –
ohne genau sagen zu können, warum.
Und vielleicht bin ich genau deshalb
heute so aufmerksam,
wenn es um meine Kinder geht.
Das Schwierige daran: Man beginnt, an sich selbst zu zweifeln
Weil unser Inneres irgendwann beginnt zu glauben:
-
Vielleicht stimmt ja wirklich etwas nicht mit mir.
-
Vielleicht bin ich falsch.
-
Vielleicht gehöre ich nicht dazu.
Nicht, weil das wahr ist.
Sondern weil sich diese Erfahrungen einbrennen.
Bei Kindern ist dieses immer Wiederkehrende besonders heikel
Kinder können das oft noch nicht einordnen.
Sie fühlen nur:
-
Unsicherheit
-
Scham
-
Rückzug
-
oder Wut
Und genau deshalb ist es wichtig,
dass wir als Erwachsene hinschauen.
Als Mütter spüren wir so etwas oft früher
Wir haben eine sehr feine Wahrnehmung.
Nicht, weil wir kontrollieren.
Sondern weil wir beobachten.
Wir merken:
Mein Kind ist anders als sonst.
Zieht sich zurück.
Wird stiller.
Oder plötzlich wütender.
Oft gibt es keine klaren Worte dafür.
Nur Veränderungen.
Was wir tun können – und was nicht
Als Mama möchte ich meine Kinder beschützen.
Am liebsten würde ich sie
in eine Welt schicken,
die sanft und gerecht ist.
Aber ich weiß,
dass ich das nicht kann.
Ich kann sie nicht vor allem bewahren.
Aber ich kann sie stärken.
In ihrem Vertrauen.
In ihrem Selbstwert.
Ich kann ihnen vermitteln, dass Menschen,
die andere klein machen, oft selbst verletzt sind
und von ihrem eigenen Problem wegsehen.
Dass ihre Worte nichts über dich sagen –
aber viel über sie.
Und dass es Mut braucht,
hinzusehen, wenn jemand leidet.
Mut, sich dazuzustellen.
Mut, Stopp zu sagen.
Wie spricht man so etwas mit dem eigenen Kind an?
Nicht mit Vorwürfen.
Nicht mit Angst.
Sondern vorsichtig und wirklicher Interesse.
Zum Beispiel:
-
Mir ist aufgefallen, dass du in letzter Zeit stiller bist.
-
Wie fühlst du dich gerade in der Schule?
-
Gibt es Situationen, die sich nicht gut anfühlen?
Kinder müssen nicht alles
sofort benennen können.
Aber sie spüren,
ob sie ernst genommen werden.
Es geht nicht darum, das Kind zu „härten“
Sondern zu stärken.
Ein Kind mit einem gesunden Selbstbewusstsein
tritt anders nach außen.
Nicht laut.
Aber klar.
Und selbst wenn es angegriffen wird,
kann es besser unterscheiden:
Das sagt etwas über den anderen –
nicht über mich.
Diese innere Klarheit
ist der beste Schutz.
Ein leiser Impuls an dich
Vielleicht liest du das und erinnerst dich.
An ein Kind, das du einmal warst.
An ein Kind, das du heute siehst.
Oder an einen Erwachsenen in dir,
der dieses Ziehen kennt,
wenn Ungerechtigkeit passiert.
Du bist nicht allein.
Du bist nicht zu empfindlich.
Und du trägst auch keine Schuld.
Vielleicht kannst du heute
jemandem das Gefühl geben,
gesehen zu werden.
Vielleicht kannst du der Mensch sein,
der Stopp sagt, wenn andere schweigen.
Und vielleicht heilt in diesem Moment
auch ein kleines Stück in dir selbst.
Zum Mitnehmen
Mobbing beginnt oft leise.
Aber es endet dort,
wo jemand den Mut hat, hinzusehen.
Wo jemand sagt:
Ich sehe dich.
Und wo Mitgefühl
lauter wird als Spott.
Deine ImpulsStifterin 💛