Unsicherheit war für mich lange etwas,
das ich möglichst schnell loswerden wollte.
Dieses Nicht-Wissen.
Dieses Gefühl, nicht zu wissen, wie es weitergeht.
Dieses innere Schwanken zwischen Hoffnung und Zweifel.
Ich habe oft gedacht:
Wenn ich erst sicher bin, dann gehe ich los.
Wenn ich weiß, was kommt, dann traue ich mich.
Aber das Leben hat sich nicht daran gehalten.
Unsicherheit kam meist genau dann, wenn etwas in Bewegung war
Rückblickend sehe ich das heute klarer.
Unsicherheit tauchte selten auf,
wenn alles ruhig und vertraut war.
Sie kam dann,
wenn ich an einem Übergang stand.
Wenn etwas Altes nicht mehr ganz gepasst hat.
Und das Neue noch keinen Namen hatte.
Damals fühlte sich das bedrohlich an.
Heute erkenne ich darin oft Wachstum.
Ich wollte Sicherheit – und habe Kontrolle gesucht
Mein erster Reflex war lange,
alles verstehen zu wollen.
Pläne machen.
Abwägen.
Absichern.
Das gab mir für einen Moment Halt.
Aber innerlich blieb ich angespannt.
Denn tief drin wusste ich:
Ich kann das Leben nicht komplett kontrollieren.
Irgendwann habe ich aufgehört, gegen die Unsicherheit zu kämpfen
Nicht bewusst von heute auf morgen.
Eher schrittweise.
Ich habe gemerkt,
dass die Unsicherheit nicht verschwindet,
nur weil ich sie wegdrücke.
Also habe ich begonnen, ihr zuzuhören.
Nicht, um sofort Antworten zu bekommen.
Sondern um zu spüren, was sie mir eigentlich sagen will.
Unsicherheit zeigt mir oft, was mir wirklich wichtig ist
Das war eine wichtige Erkenntnis.
Ich werde dort unsicher,
wo mir etwas am Herzen liegt.
Bei Entscheidungen,
die etwas verändern könnten.
Bei Beziehungen.
Bei neuen Wegen.
Unsicherheit ist dann kein Zeichen von Schwäche.
Sondern ein Hinweis:
Hier geht es um etwas Echtes.
Vertrauen wurde für mich etwas ganz Bodenständiges
Vertrauen muss sich nicht groß anfühlen.
Oder spirituell.
Oder besonders stark.
Vertrauen ist oft zart.
Es zeigt sich darin, dass ich mir zutraue,
mit dem umzugehen, was kommt.
Auch wenn ich es noch nicht sehe.
Auch wenn ich es noch nicht benennen kann.
Ich gehe heute anders mit Unsicherheit um
Nicht immer souverän.
Nicht immer ruhig.
Aber bewusster.
Ich frage mich:
-
Muss ich das gerade wirklich wissen?
-
Oder darf ich einen Moment im Nicht-Wissen bleiben?
-
Was ist der nächste kleine Schritt, der sich stimmig anfühlt?
Das nimmt Druck raus.
Und bringt mich zurück zu mir.
Was du aus meinem Umgang mit Unsicherheit für dich mitnehmen kannst
Vielleicht hilft dir dieser Gedanke:
Du musst dich nicht sicher fühlen,
um weiterzugehen.
Du darfst zweifeln
und trotzdem handeln.
Du darfst unsicher sein
und dir dennoch vertrauen.
Manchmal reicht es,
-
nicht stehen zu bleiben
-
dich nicht zu verurteilen
-
und dir selbst wohlwollend zu begegnen
Eine kleine Einladung für deinen Alltag
Wenn Unsicherheit auftaucht,
musst du sie nicht sofort lösen.
Vielleicht setzt du dich einen Moment hin.
Atmest durch.
Und fragst dich:
Was brauche ich jetzt – nicht später, nicht irgendwann, sondern jetzt?
Oft liegt darin schon mehr Klarheit,
als wir denken.
Zum Schluss
Unsicherheit gehört zum Leben.
Nicht als Gegner.
Sondern als Begleiter.
Sie erinnert uns daran, dass wir lebendig sind.
Dass wir uns bewegen.
Dass wir wachsen.
Und vielleicht beginnt Vertrauen genau dort,
wo wir aufhören, alles wissen zu wollen.
Deine ImpulsStifterin 💛