Meine Kinder sind bisher frei lernend aufgewachsen.
Wir haben sie begleitet, nicht getrieben.
Beobachtet, nicht durchgetaktet.
Und genau deshalb kommen mir in letzter Zeit Fragen.
Wie geht es jetzt weiter?
Freies Lernen hat unseren Alltag geprägt
Unsere Kinder durften lernen, weil sie neugierig waren –
nicht, weil ein Plan es verlangt hat.
Sie hatten Zeit.
Zum Fragen.
Zum Abschweifen.
Zum Träumen.
Und ich habe gesehen,
wie viel daraus entstehen kann,
wenn Lernen nicht gedrängt wird.
Und jetzt kommt Schule – und mit ihr neue Gedanken
Auch wenn es eine freie Schule sein wird,
staatlich begleitet, offen gedacht,
stelle ich mir diese Fragen:
Bleibt dort Raum fürs eigene Denken?
Fürs Träumen?
Fürs innere Bilderbauen?
Oder rutschen wir – ganz leise – wieder in Strukturen,
die eher kurzfristig funktionieren
als wirklich auf die Zukunft vorbereiten?
Ich frage mich oft: Was brauchen Kinder wirklich fürs Leben?
Natürlich:
Lesen. Schreiben. Rechnen.
Das ist wichtig.
Aber daneben tauchen bei mir andere Fragen auf.
Warum lernen wir so wenig darüber,
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wie unser Körper funktioniert und was er wirklich braucht
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was wir wirklich zum Überleben brauchen
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wie Nahrung entsteht und wie sie unter verschiedenen Klimabedingungen angebaut wird
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wie Trinkwasser gewonnen wird
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woher Strom kommt und wie kann ich selbst Strom erzeugen
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was Autarkie bedeutet
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was man über Geld für die Zukunft wissen sollte und was Investieren bedeutet
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wie man sich in verschiedenen Lebensräumen zurechtfindet
In einer Großstadt.
In der Natur.
In einer Welt, die immer schneller wird.
Und nicht nur theoretisch.
Sondern lebensnah.
Träumen ist kein Gegensatz zu Lernen
Im Gegenteil.
Träumen ist oft der Anfang von allem.
Von Ideen.
Von Lösungen.
Von Orientierung.
Wenn Kinder keine Zeit mehr haben,
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ziellos zu spielen
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nichts zu tun
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innerlich abzuschweifen
dann verlieren sie etwas sehr Wertvolles.
Nicht sofort.
Aber langfristig.
Und dann ist da noch dieser volle Alltag
Schule.
Hausaufgaben.
Musikunterricht.
Sport.
Kurse.
Förderung.
Alles gut gemeint.
Alles mit Liebe gefüllt.
Und trotzdem frage ich mich:
Wo bleibt die Zeit zum Atmen?
Wo bleibt die Zeit für Freunde?
Wo bleibt die Zeit, einfach Kind zu sein?
Als Mutter trage ich hier Verantwortung
Meine Kinder können mir noch nicht immer sagen:
Jetzt ist es zu viel.
Jetzt brauche ich Pause.
Jetzt reicht es.
Also bin ich gefragt.
Zu beobachten.
Zwischen den Zeilen zu lesen.
Veränderungen wahrzunehmen.
Fördern – ja. Aber nicht überfordern.
Ich möchte, dass meine Kinder ihre Gaben finden.
Und leben dürfen.
Aber ich möchte auch wach bleiben für den Punkt,
an dem Förderung in Druck kippt.
Denn manchmal zeigt sich Überforderung nicht laut.
Sondern leise.
In Rückzug.
In Müdigkeit.
In innerer Unruhe.
Ein leiser Gedanke an dich
Vielleicht stehst du gerade an einem ähnlichen Punkt.
Zwischen Möglichkeiten und Erwartungen.
Zwischen Förderung und Freiheit.
Dann darfst du dir diese Frage erlauben:
Wo hat mein Kind gerade Raum zum Träumen?
Manchmal ist genau das der ehrlichste Kompass.
Zum Schluss – ganz ruhig
Kinder brauchen Wissen.
Ja.
Aber sie brauchen auch Zeit.
Leerlauf.
Und die Freiheit, nicht ständig funktionieren zu müssen.
Denn Träumen ist kein Zeitverlust.
Es ist der Boden, auf dem Zukunft wächst.
Deine ImpulsStifterin 💛