Ich sag dir ehrlich:
Vergebung war für mich lange ein schwieriges Thema.
Nicht, weil ich nicht wollte.
Sondern weil ich gar nicht wusste,
was genau damit eigentlich gemeint ist.
Alle reden davon, wenn man persönlich wachsen möchte.
Als wäre es etwas,
das man irgendwann einfach macht.
Verstehen. Verarbeiten. Vergeben.
Fertig.
So hat sich das für mich nie angefühlt.
Ich hatte lange das Gefühl,
wenn ich vergebe,
mache ich etwas wieder gut.
Oder tue so,
als wäre es nicht so schlimm gewesen.
Und das konnte ich nicht.
Nicht, weil ich hart sein wollte.
Sondern weil es sich falsch angefühlt hätte.
Wie - mir selbst nicht treu sein.
Irgendwann habe ich gemerkt:
Vielleicht geht es bei Vergebung aus dem Herzen
gar nicht um die andere Person.
Sondern um mich.
Um das,
was ich mit mir herumschleppe.
Um Gedanken,
die immer wieder kommen.
Um Gefühle,
die mich mehr Kraft kosten,
als ich mir eingestehen wollte.
Ich habe nicht bewusst entschieden:
So, jetzt vergebe ich.
So läuft das zumindest bei mir nicht.
Es war eher dieses langsame Merken:
Ich will das nicht mehr jeden Tag mit mir tragen.
Nicht, weil es unwichtig ist.
Sondern weil ich weiterleben will - leichter und unbeschwerter.
Heute bedeutet Vergebung für mich nicht,
dass alles okay ist.
Und auch nicht,
dass ich etwas vergessen habe.
Es bedeutet eher:
Ich lasse los,
was mich innerlich festhält.
Ohne Rechtfertigung.
Ohne Erklärung.
Ohne Erwartung,
dass sich der andere verändert.
Dieses Loslassen
ist für mich ein Akt von Selbstfürsorge geworden.
Und weißt du was?
Das fühlt sich nicht groß oder wichtig an.
Sondern eher ruhig.
Wie wenn man etwas abstellt,
das man viel zu lange festgehalten hat.
Was ich heute anders mache – ganz praktisch
Was sich für mich verändert hat,
ist nicht die Vergangenheit.
Sondern mein Umgang mit ihr.
Ich merke heute schneller,
wenn ich innerlich wieder anfange,
alte Geschichten festzuhalten.
Dann versuche ich nicht mehr,
alles zu analysieren oder „richtig zu fühlen“.
Ich halte kurz inne und frage mich:
Was würde mir heute guttun –
nicht, was hätte mir damals geholfen?
Manchmal heißt das:
Ich lenke mich bewusst ab.
Manchmal schreibe ich mir etwas von der Seele.
Und manchmal sage ich innerlich einfach Stopp
und gehe einen Schritt weiter.
Nicht aus Verdrängung.
Sondern aus Selbstschutz.
Ich habe gelernt:
Ich darf entscheiden,
wie viel Raum etwas in meinem Leben einnimmt.
Auch dann, wenn es wichtig war.
Auch dann, wenn es wehgetan hat.
Vielleicht ist das auch für dich ein Gedanke
Du musst nichts „abschließen“.
Und du musst auch nichts erzwingen.
Aber vielleicht magst du dich fragen:
Was würde ich heute anders machen,
weil ich mehr weiß als damals?
Manchmal entsteht daraus neue Motivation.
Nicht, weil alles leicht wird.
Sondern weil du dich selbst ernst nimmst.
Ganz leise zum Schluss
Vergebung – oder wie auch immer du es nennen willst –
ist für mich heute kein Ziel mehr.
Sie ist eher eine innere Haltung:
Ich gehe weiter, ohne mich ständig umzudrehen.
Und das fühlt sich nicht spektakulär an.
Aber frei.
Und genau das ist für mich auch ein Teil innerer Frieden.
Deine ImpulsStifterin 💛