Manchmal denke ich an meinen leiblichen Vater.
Und an eine Entscheidung,
die meine Mama damals getroffen hat.
Nicht im Sinne von Schuld.
Nicht anklagend.
Eher fragend.
So eine dieser Entscheidungen,
die ein Leben prägen,
auch wenn man sie selbst nie getroffen hat.
Und dann ist er plötzlich da,
dieser Gedanke:
Was wäre gewesen, wenn …
Das „Was wäre, wenn“ gehört zur Vergangenheit
Was wäre gewesen,
wenn es anders gelaufen wäre.
Wenn meine Mutter sich anders entschieden hätte.
Wenn mein Vater geblieben wäre.
Oder mehr hätte sein können.
Diese Gedanken richten sich nach hinten.
Nicht nach vorne.
Sie gehen zu Momenten,
die längst vorbei sind.
Und die ich nicht mehr verändern kann.
Verstehen hält uns manchmal fest
Lange habe ich geglaubt,
ich müsse alles verstehen.
Alles einordnen.
Alles innerlich zu Ende denken.
Vielleicht aus Loyalität.
Zur Familie.
Zur Geschichte.
Heute weiß ich:
Manches Verstehen hält uns fest,
statt uns zu befreien.
Die Vergangenheit darf ruhen
Die Vergangenheit lässt sich nicht neu schreiben.
Auch nicht durch Mitgefühl.
Auch nicht durch Nachdenken.
Sie darf da sein.
Aber sie muss nicht mehr lenken.
Ich darf anerkennen,
dass Entscheidungen getroffen wurden,
die Auswirkungen hatten.
Und gleichzeitig darf ich entscheiden,
wie viel Raum sie heute noch einnehmen.
Die Zukunft braucht Raum
Solange ich innerlich noch frage,
was damals anders hätte laufen können,
bleibt wenig Platz für das,
was jetzt entstehen will.
Die Zukunft braucht Raum.
Gedanklich.
Innerlich.
Emotional.
Und dieser Raum entsteht erst,
wenn das Damals nicht mehr alles blockiert.
Nach vorne denken heißt nicht verdrängen
Loslassen bedeutet nicht vergessen.
Es bedeutet,
nicht mehr ständig zurückzugehen,
wo ich nichts mehr verändern kann.
Heute frage ich mich öfter:
Wie möchte ich leben?
Was fühlt sich jetzt stimmig an?
Welche Schritte darf ich gehen?
Ich stelle mir Zukunft nicht als festen Plan vor.
Sondern als Richtung.
Vielleicht magst du für dich einen Gedanken mitnehmen
Wenn dich dieses „Was wäre, wenn“ begleitet,
dann bist du damit nicht allein.
Manchmal hilft ein kleiner Perspektivwechsel:
-
Du musst die Vergangenheit nicht lösen,
um weiterzugehen.
Manches darf einfach sein,
ohne dass du es immer wieder neu verstehen musst.
-
Du darfst dir erlauben,
innerlich einen Schritt zurückzutreten
von dem, was war.
Nicht aus Kälte,
sondern aus Selbstfürsorge.
-
Vielleicht ist es hilfreich,
dir leise diese Frage zu stellen:
Was braucht mein Leben jetzt –
nicht damals, nicht später,
sondern heute?
Manchmal entsteht Klarheit nicht,
weil wir noch länger zurückschauen,
sondern weil wir uns erlauben,
nach vorne zu fühlen.
Freiheit beginnt im Jetzt
Vielleicht ist das die eigentliche Erkenntnis:
Das „Was wäre, wenn“ der Vergangenheit
bindet uns.
Das bewusste Vorstellen der Zukunft
öffnet uns.
Und manchmal beginnt Freiheit genau dort,
wo wir der Vergangenheit erlauben,
ruhig zu sein.
Deine ImpulsStifterin 💛