Wenn Schweigen gold ist – warum weniger Erklären manchmal mehr verbindet

Ich merke immer mehr:

Das Schweigen oft gar nichts mit Stillsein zu tun hat.

Im Gegenteil.

 

Gerade in Diskussionen oder Konflikten

rede ich manchmal zu viel.

 

Nicht, weil ich kämpfen will.

Sondern weil ich verstanden werden möchte.

 


 

Besonders mit meinen Kindern fällt mir das auf

 

Wenn es zu Auseinandersetzungen kommt,

wenn Entscheidungen anstehen

oder wenn Emotionen hochkochen,

dann erkläre ich.

 

Ich erkläre meine Gedanken.

Meine Beweggründe.

Meine Gefühle.

Meine Haltung.

 

Vor allem meinen Kindern gegenüber.

 

Weil ich will,

dass sie mich als Mama verstehen.

Dass sie wissen, warum ich etwas entscheide.

Dass sie mich nicht falsch einordnen.

 

Und manchmal rede ich dann länger,

als es eigentlich braucht.

 


 

Und irgendwann merke ich: Sie sind längst woanders

 

Das ist so ein ehrlicher Moment.

Du sprichst noch –

und dein Kind ist innerlich schon weitergezogen.

 

Nicht aus Respektlosigkeit.

Sondern, weil Kinder einfach anders zuhören.

 

Sie nehmen Bruchstücke auf.

Stimmungen.

Kerngefühle.

 

Aber keine langen Erklärungen.

 

Und eine halbe Stunde später ist vieles von dem,

was ich gesagt habe, sowieso wieder verschwunden.

 


 

Ich erkläre aus Verbindung – und überfordere manchmal

 

Das anzuerkennen war nicht leicht.

 

Denn mein Erklären kommt aus Liebe.

Aus Beziehung.

Aus dem Wunsch nach Nähe.

 

Und trotzdem merke ich:

Ich überfahre mein Gegenüber manchmal damit.

 

Nicht nur meine Kinder.

Auch Erwachsene.

 

Weil mein Bedürfnis, verstanden zu werden,

größer ist als der Raum, den der andere gerade halten kann.

Schweigen heißt hier nicht: nichts sagen

 

Das ist mir wichtig.

 

Es geht nicht darum, nicht mehr zu sprechen.

Oder Gefühle zu unterdrücken.

 

Es geht darum, weniger zu erklären

und mehr zu vertrauen.

 

Darauf,

dass Beziehung nicht an Worten hängt.

Und Verständnis nicht aus Anzahl der Worte entsteht.

 


 

Was ich gerade für mich lerne – als Mama

 

Ich lerne, mich zu fragen:

 

  • Braucht mein Kind gerade wirklich diese Erklärung?

  • Oder reicht ein klarer Satz und meine Präsenz?

  • Erkläre ich, um zu verbinden – oder um mich abzusichern?

 

Manchmal ist weniger Sprache

mehr Orientierung.

 

Gerade für Kinder.

 


 

Was du aus diesem Gedanken für dich mitnehmen kannst

 

Wenn du merkst, dass du in Konflikten viel erklärst,

dann heißt das nicht, dass du unsicher bist.

 

Vielleicht heißt es einfach,

dass dir Beziehung wichtig ist.

 

Und vielleicht darfst du ausprobieren,

wie es sich anfühlt,

 

  • kürzer zu sprechen

  • klarer zu bleiben

  • und darauf zu vertrauen,

    dass dein Kind dich auch ohne lange Worte spürt

 

Nicht alles muss verstanden werden,

um gehalten zu sein.

Ein kleiner Gedanke für deinen Alltag

 

Beim nächsten Konflikt

musst du nicht alles erklären.

 

Vielleicht reicht:

 

  • ein Satz

  • ein Blick

  • ein ruhiges Dasein

 

Kinder orientieren sich weniger an unseren Worten

als an unserer inneren Klarheit.

 


 

Gedanke zum Schluss

 

Ich lerne noch.

Jeden Tag.

 

Aber ich merke:

Schweigen ist manchmal kein Rückzug.

 

Sondern wirklich gold wert und eine Einladung,

Beziehung nicht über Worte zu sichern,

sondern über Präsenz.

 

Deine ImpulsStifterin 💛

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