Geschwister in Freiheit – und wir nur ihre Begleiter sind

Mit der Zeit wurde mir immer klarer -

dass unsere Kinder nicht hier sind,

um unsere Vorstellungen zu erfüllen.

 

Auch nicht unsere Ängste.

Und schon gar nicht unsere alten Geschichten.

 

Und trotzdem rutschen wir so schnell da rein.

Vergleichen.

Beobachten.

Uns fragen, ob alles „richtig“ läuft.

 

Gerade wenn es um Geschwister geht.

 


 

Jedes Kind bringt seine eigene Welt mit

 

Ich sehe es jeden Tag.

Wie unterschiedlich Kinder sind.

 

Selbst, wenn sie im selben Zuhause aufwachsen.

Mit den gleichen Eltern.

Den gleichen Regeln.

Der gleichen Liebe.

 

Und trotzdem:

Sie sind nicht gleich.

 

Nicht in ihrem Tempo.

Nicht in ihrem Wesen.

Nicht in dem, was sie brauchen.

 

Und genau das fordert uns heraus.

 


 

Der Vergleich schleicht sich leise ein

 

Ich ertappe mich selbst dabei.

Ganz ehrlich.

 

Dieses innere Abgleichen:

Warum ist das eine Kind so –

und das andere ganz anders?

 

Warum braucht eines mehr Nähe

und das andere mehr Raum?

 

Und manchmal kommt dann dieser Gedanke:

Müsste ich das nicht irgendwie ausgleichen?

 

Heute weiß ich:

Nein.

 


 

Freiheit beginnt dort, wo wir loslassen

 

Kinder brauchen keine perfekte Begleitung.

Sie brauchen ehrliche.

 

Und sie brauchen Freiheit,

sich selbst entdecken zu dürfen.

 

Nicht in Konkurrenz zueinander.

Nicht im Vergleich.

Sondern in ihrem eigenen Rhythmus.

 

Unsere Aufgabe ist nicht,

sie gleich zu machen.

 

Sondern ihnen den Raum zu halten,

in dem sie wachsen können.

 


 

Wir dürfen aufhören, alles steuern zu wollen

 

Das war für mich ein Lernprozess.

Und er ist es immer noch.

 

Nicht einzugreifen,

wenn es reibt.

Nicht sofort zu bewerten.

Nicht ständig zu korrigieren.

 

Sondern zu beobachten.

Da zu sein.

Und zu vertrauen.

 

Begleiten statt kontrollieren

das klingt so einfach.

Und ist doch so tief.

Geschwister dürfen sich reiben – und lieben

 

Konflikte gehören dazu.

Unterschiede auch.

 

Sie lernen miteinander.

Aneinander.

Und manchmal auch trotz uns.

 

Wenn wir ihnen zutrauen,

ihre eigenen Lösungen zu finden,

stärken wir etwas ganz Wichtiges:

ihr Vertrauen in sich selbst.

 

Und das ist unbezahlbar.

 


 

Vielleicht magst du dir das mitnehmen – für dich als Mama

 

Wenn du mehrere Kinder begleitest

und merkst, dass dich manches besonders triggert,

dann lohnt es sich manchmal,

einen Moment innezuhalten.

 

Nicht, um dich zu hinterfragen.

Sondern um dich besser zu verstehen.

 

Vielleicht helfen dir diese leisen Fragen dabei:

 

  • Was berührt mich hier gerade wirklich?

    Das Verhalten meines Kindes –

    oder etwas, das ich selbst früher erlebt habe?

  • Welche Rolle habe ich als Kind eingenommen?

    Die Vernünftige?

    Die Leise?

    Die Verantwortliche?

    Und erkenne ich etwas davon heute wieder?

  • Was wünsche ich mir für mein Kind –

    und ist das wirklich seins oder eher meins?

  • Wo vergleiche ich,

    weil ich selbst verglichen wurde?

    Und wo darf ich diesen Kreislauf heute unterbrechen?

 

Oft projizieren wir nichts aus bösem Willen.

Sondern aus alten Prägungen.

Aus dem, was wir gelernt haben.

Oder vermisst haben.

 

Und das zu erkennen,

ist kein Versagen.

Es ist Bewusstsein.

 


 

Ein Gedanke, der mir dabei hilft

 

Meine Kinder müssen nichts ausgleichen,

was in meiner eigenen Geschichte offen geblieben ist.

 

Sie dürfen ihren eigenen Weg gehen.

Mit ihrem eigenen Tempo.

Und ihrem eigenen Wesen.

 

Und ich darf lernen,

Begleiterin zu sein –

nicht Belehrende.

Ganz ehrlich

 

Wir werden nicht alles richtig machen.

Und wir müssen es auch nicht.

 

Aber jedes Mal,

wenn wir bereit sind,

bei uns selbst hinzuschauen,

statt an unseren Kindern zu ziehen,

schaffen wir Freiheit.

 

Für sie.

Und für uns.

 

Deine ImpulsStifterin 💛

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