Liebste Tochter, wunderbare Seele...
ich weiß nicht,
wie die Welt aussehen wird,
wenn du diesen Text eines Tages liest.
Vielleicht bist du noch jung.
Vielleicht längst erwachsen.
Vielleicht stehst du gerade an einem Punkt,
an dem du dich fragst,
wer du eigentlich bist
und wie du deinen eigenen Weg finden sollst.
Ich möchte dir heute nichts erklären.
Ich möchte dir einfach etwas mitgeben.
Du musst niemandem gefallen, um richtig zu sein
Es wird Menschen geben,
die dich formen wollen.
Leiser machen.
Oder anpassen.
Manche werden es gut meinen.
Andere nicht.
Bitte vergiss nie:
Du bist nicht hier,
um Erwartungen zu erfüllen.
Du bist hier,
um du zu sein.
Mit deiner Stimme.
Deinen Gedanken.
Deinem Gefühl dafür,
was sich für dich stimmig anfühlt.
Weiblichkeit ist nichts, was du leisten musst
Vielleicht wird dir irgendwann gesagt,
wie eine Frau zu sein hat.
Stark, aber nicht zu laut.
Sanft, aber nicht zu weich.
Selbstbewusst, aber bitte nicht unbequem.
Ich wünsche mir,
dass du all das vergisst.
Weiblichkeit ist kein Konzept.
Kein Ideal.
Keine Rolle.
Sie ist das,
was sich in dir lebendig anfühlt.
Manchmal ruhig.
Manchmal wild.
Manchmal klar.
Manchmal suchend.
Alles davon darf sein.
Freiheit beginnt in dir
Du wirst deinen eigenen Weg gehen.
Und er wird nicht immer gerade sein.
Du wirst zweifeln.
Du wirst fallen.
Du wirst Entscheidungen treffen,
die sich erst später erklären lassen.
Bitte hab keine Angst davor.
Freiheit bedeutet nicht,
alles richtig zu machen.
Freiheit bedeutet,
dir selbst treu zu bleiben –
auch wenn es unbequem wird.
Deine Würde ist nicht verhandelbar
Egal,
was du erreichst oder nicht erreichst.
Egal,
wie du aussiehst oder dich fühlst.
Egal,
wie andere dich sehen:
Deine Würde ist unantastbar.
Du musst sie dir nicht verdienen.
Nicht beweisen.
Nicht verteidigen.
Sie ist da.
Einfach, weil es dich gibt.
Und wenn du mich eines Tages brauchst
Dann hoffe ich,
dass du weißt:
Du darfst kommen.
Mit allem.
Mit Freude.
Mit Wut.
Mit Fragen.
Mit Zweifeln.
Ich werde nicht immer die richtigen Worte haben.
Aber ich werde da sein.
Und ich werde dich sehen.
Nicht als Projekt.
Nicht als Version von mir.
Sondern als die Frau,
die du bist.
Meine Tochter,
du bist eine Tochter dieser neuen Zeit.
Nicht, weil du perfekt bist.
Sondern weil du fühlst.
Fragen stellst.
Und deinen eigenen Weg suchst.
Und genau das ist genug.
In Liebe.
Mama 💛
An die Töchter dieser Zeit
In hoher Wahrscheinlichkeit bist du auch eine Tochter.
Oder eine Frau,
die selbst einmal Tochter war
und es auf eine Weise noch immer ist.
Vielleicht spürst du,
dass sich etwas verändert.
In dir.
Um dich herum.
Dass alte Bilder von Weiblichkeit nicht mehr tragen.
Dass Anpassung müde macht.
Dass du dich nach etwas Echtem sehnst,
auch wenn du es noch nicht benennen kannst.
Wir müssen uns nicht mehr kleiner machen, als wir sind
Zu lange haben wir gelernt,
leise zu sein.
Verständnisvoll.
Angenehm.
Zu lange haben wir geglaubt,
wir müssten uns erklären,
rechtfertigen,
anpassen.
Diese Zeit geht zu Ende.
Nicht laut.
Nicht kämpferisch.
Sondern leise,
von innen heraus.
Wir dürfen unseren Raum einnehmen.
Ohne uns dafür zu entschuldigen.
Weiblichkeit darf wieder vielfältig sein
Es gibt nicht die eine Art, Frau zu sein.
Gab es nie.
Weiblichkeit ist weich und klar.
Zart und kraftvoll.
Zweifelnd und wissend.
Still und wild.
Und manchmal alles zugleich.
Wir dürfen uns verändern.
Neu erfinden.
Oder einfach bleiben, wie wir sind.
Nichts davon ist falsch.
Freiheit beginnt nicht im Außen
Sie beginnt dort,
wo wir uns selbst zuhört.
Wo wir merken,
wann etwas nicht mehr stimmt.
Und den Mut habt,
uns ernst zu nehmen.
Freiheit heißt nicht,
keine Angst zu haben.
Freiheit heißt,
trotz Angst weiterzugehen.
In unserem Tempo.
Auf unsere Weise.
Unsere Würde war nie verloren
Auch wenn wir gezweifelt haben.
Auch wenn wir uns angepasst haben.
Auch wenn wir uns selbst aus den Augen verloren haben.
Unsere Würde war immer da.
Still.
Unverhandelbar.
Unabhängig davon,
wie viel wir geleistet, getragen oder ausgehalten haben.
Wir müssen sie nicht zurückholen.
Wir dürfen uns nur wieder an sie erinnern.
Wir sind nicht allein
Auch wenn es sich manchmal so anfühlt.
Auch wenn unser Weg einsam wirkt.
Viele Frauen gehen gerade ähnliche Schritte.
Still.
Unauffällig.
Aber echt.
Und vielleicht ist genau das das Neue:
Dass wir uns nicht mehr beweisen müssen.
Sondern verbinden.
Mit uns selbst.
Und miteinander.
Ein leiser Gedanke zum Schluss
Wir sind Töchter dieser Zeit.
Nicht, weil wir perfekt sind.
Sondern weil wir fühlen.
Hinterfragen.
Und bereit sind,
ehrlicher hinzusehen.
Und das reicht.
Mehr als wir vielleicht denken.
Deine Impulsstifterin 💛