Weißt du, mir ist irgendwann etwas aufgefallen,
das mich erst ein bisschen erschrocken hat.
Nicht im Außen.
Sondern bei mir selbst.
Ich habe gemerkt,
dass ich Dinge gesagt habe,
die ich so eigentlich gar nicht meinte.
Sätze, die einfach rausrutschen.
Gedanken, die irgendwo herkommen –
aber nicht wirklich zu mir passen.
Und dann kam diese Frage:
Woher kommt das eigentlich?
Vorurteile entstehen selten aus bösem Willen
Ich glaube nicht,
dass wir unsere Kinder bewusst einengen wollen.
Im Gegenteil.
Wir wollen sie schützen.
Vor Enttäuschung.
Vor Ablehnung.
Vor Schmerz.
Und genau aus diesem Wunsch heraus
geben wir manchmal Dinge weiter,
die wir selbst übernommen haben.
Bewertungen.
Einordnungen.
Schnelle Schlüsse.
Nicht, weil wir überzeugt davon sind.
Sondern weil sie uns vertraut sind.
Ich habe gemerkt, wie schnell Worte wirken
Kinder hören anders zu als wir Erwachsene.
Sie filtern nicht so sehr.
Sie hinterfragen weniger.
Sie nehmen auf.
Ein Kommentar über andere Menschen.
Ein Augenrollen.
Ein „So sind die halt“.
Und plötzlich ist da ein Bild im Kopf.
Nicht ihr eigenes.
Sondern unseres.
Das hat mich nachdenklich gemacht.
Oft geben wir weiter, was wir selbst gelernt haben
Viele unserer Vorurteile
haben eine lange Geschichte.
Sie kommen aus unserer Kindheit.
Aus unserem Elternhaus.
Aus Schule, Gesellschaft, Medien.
Und oft tragen wir sie weiter,
ohne sie je bewusst geprüft zu haben.
Nicht, weil wir eng sind.
Sondern weil wir es nie anders gelernt haben.
Unsere Kinder brauchen keine perfekten Eltern
Das war eine große Erleichterung für mich.
Wir müssen nicht alles richtig machen.
Und wir werden Dinge weitergeben –
ob wir wollen oder nicht.
Aber wir können anfangen,
uns selbst zu beobachten.
Nicht mit Schuld.
Sondern mit Ehrlichkeit.
Was es bedeutet, Kinder freier zu begleiten
Für mich heißt das heute:
Ich halte öfter inne,
bevor ich etwas sage.
Ich frage mich:
Ist das meine Erfahrung –
oder meine Angst?
Ich lasse Raum für andere Sichtweisen.
Und auch für Fehler –
meine eigenen.
Kinder lernen nicht aus perfekten Sätzen.
Sie lernen aus unserem Umgang mit uns selbst.
Was du für dich und dein Kind mitnehmen kannst
Vielleicht hilft dir dieser Gedanke:
Du musst keine vorurteilsfreie Mutter sein.
Du darfst eine bewusste sein.
Eine, die bereit ist hinzuschauen.
Nachzufragen.
Und Dinge auch mal stehen zu lassen.
Und wenn dein Kind etwas sagt,
das dich innerlich zusammenzucken lässt,
dann ist das kein Versagen.
Vielleicht ist es eine Einladung,
gemeinsam hinzusehen.
Ganz leise zum Schluss
Unsere Kinder brauchen keine Anleitung,
wie sie die Welt zu bewerten haben.
Sie brauchen Erwachsene,
die ihnen zutrauen,
sich ihre eigene Meinung zu bilden.
Und vielleicht beginnt genau dort
eine freiere Begleitung.
Nicht perfekt.
Aber ehrlich.
Deine ImpulsStifterin 💛