Wenn ein geliebter Mensch geht – mein persönlicher Weg durch die Trauer

Es gibt Momente im Leben,

die teilen alles in ein Davor und ein Danach.

 

Man merkt es nicht sofort.

Erst später, rückblickend, wird klar:

Ab hier war nichts mehr ganz so wie vorher.

 

So war es auch bei mir.

 


 

Trauer kommt nicht nur als Schmerz

 

Als dieser Mensch aus meinem Leben ging,

dachte ich zuerst, Trauer müsse sich laut anfühlen.

Schwer. Erdrückend.

So, wie man es aus Erzählungen kennt.

 

Aber meine Trauer war anders.

 

Sie war still.

Zäh.

Und manchmal fast unsichtbar.

 

Ich habe funktioniert.

Ich habe gesprochen, gelächelt, den Alltag weitergemacht.

Und gleichzeitig war da dieses innere Wissen:

Etwas fehlt. Und es wird nicht zurückkommen.

 


 

Ich musste erst verstehen, dass Trauer kein Zustand ist

 

Lange habe ich geglaubt,

Trauer sei etwas, das man „durchlebt“

– und dann irgendwann hinter sich lässt.

 

Heute weiß ich:

Trauer ist kein Punkt auf einer Liste.

Sie ist ein Prozess.

 

Sie kommt in Wellen.

Mal sanft, mal überraschend stark.

Und manchmal genau dann, wenn man denkt,

man sei eigentlich schon „weiter“.

 

Das hat mich verunsichert.

Ich habe mich gefragt,

ob ich etwas falsch mache.

 

Mache ich nicht.

Mein Weg durch die Trauer war kein gerader

 

Es gab Tage,

da war ich dankbar für Erinnerungen.

Und andere,

da haben genau diese Erinnerungen wehgetan.

 

Ich habe gelernt:

Beides darf da sein.

 

Ich musste nichts loslassen,

um weiterleben zu dürfen.

Ich durfte den Menschen in mir behalten

– und trotzdem meinen Weg weitergehen.

 

Das war vielleicht die wichtigste Erkenntnis für mich.

 


 

Drei liebevolle Impulse, die mir in der Trauer geholfen haben

1. Gefühle zulassen – so ehrlich, wie es gerade geht

Ich habe mir erlaubt zu fühlen,

was da ist.

 

Manchmal waren es Tränen.

Manchmal ganz viele.

Manchmal kam lange nichts – und dann alles auf einmal.

 

Ich habe aufgehört, mich dafür zu schämen.

Weinen löst.

Weinen macht weich.

Und manchmal fühlt es sich danach ein kleines bisschen freier an.

 

Und wenn es keine Tränen waren,

dann war es vielleicht ein tiefer Atemzug.

Oder Wut.

Oder dieses stille Zusammensacken auf dem Sofa.

 

Alles durfte da sein.

So, wie es gerade war.

 


 

2. Der Seele Raum geben – im Sprechen, Schreiben oder Schweigen

Es gab Tage,

da musste ich reden.

Und andere,

da konnte ich kein Wort sagen.

 

Manchmal habe ich geschrieben.

Manchmal einfach nur dagesessen.

Manchmal war ich an Orten,

an denen ich mich verbunden gefühlt habe.

 

Ich habe gelernt:

Es geht nicht darum, etwas „zu verarbeiten“.

Oder zu verstehen.

 

Es geht darum, mir selbst Raum zu geben.

Und diesem inneren Erleben zu vertrauen.

 

Dieses Gefühl von:

Ich bin nicht getrennt.

Ich bin verbunden.

Auch jetzt.

 


 

3. Den Blick ein kleines Stück weiter machen

Das hier ist sehr persönlich.

 

Aber mir hat der Gedanke geholfen,

dass wir vielleicht mehr sind als nur Körper.

Dass etwas von uns bleibt.

 

Und selbst wenn ich es nicht immer ganz glauben konnte –

es hat gereicht, es manchmal zuzulassen.

 

Der Gedanke,

dass ein Abschied nicht zwingend ein endgültiges Ende sein muss.

 

Dass aus einem „nie wieder“

vielleicht irgendwann ein „auf eine andere Weise“ wird.

 

Dieser Gedanke hat nichts leichter gemacht.

Aber er hat etwas geweitet.

Zum Schluss – ganz leise

 

Du musst nichts davon übernehmen.

Nichts glauben.

Nichts richtig machen.

 

Trauer ist so individuell wie Liebe.

 

Und alles, was sich für dich stimmig anfühlt,

darf genau so sein.

 

Ich wünsche dir von Herzen,

dass du deinen ganz eigenen Weg durch die Trauerverarbeitung findest.

In deinem Tempo. In deiner Tiefe. In deiner Wahrheit.

 

Mit Liebe,

Deine ImpulsStifterin 💛

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