🎙️ Gelesen von mir - für dich.
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Es gibt Begegnungen, nach denen man leiser geht, als man gekommen ist.
Nicht, weil jemand laut war.
Sondern weil etwas in uns plötzlich klein wird.
Vielleicht kennst du das.
Du sitzt einem Menschen gegenüber – Eltern, Vorgesetzten, Ärzten –
und obwohl du erwachsen bist, fühlst du dich auf einmal unsicher.
Dein Hals wird eng.
Dein Herz klopft schneller.
Der Magen meldet sich.
Und die Worte, die eben noch da waren, ziehen sich zurück.
Ich möchte heute genau darüber sprechen.
Über Missgunst anderer Menschen.
Und über das, was in uns geschieht, wenn wir uns nicht gesehen und gehört fühlen.
Leise.
Ehrlich.
Auf Augenhöhe.
Was Missgunst wirklich ist
Missgunst ist selten laut.
Sie kommt nicht immer als offener Angriff.
Oft zeigt sie sich viel feiner.
In einem Blick.
In einem Unterton.
In einem schnellen Übergehen.
In einem Nicht-Nachfragen.
Missgunst entsteht dort, wo jemand innerlich im Mangel ist.
Wo jemand sich bedroht fühlt – von deiner Klarheit, deiner Sensibilität, deinem Potenzial.
Nicht, weil du etwas falsch machst.
Sondern weil du etwas berührst, das beim anderen schmerzt.
Und doch trifft es uns.
Manchmal tiefer, als wir erklären können.
Vor allem dann, wenn alte Erfahrungen mitschwingen.
Wenn unser Nervensystem Situationen nicht als „neutral“, sondern als „gefährlich“ einordnet.
Wenn der Körper spricht, bevor wir Worte finden
Vielleicht hast du es selbst erlebt:
Ein Kloß im Hals.
Herzklopfen.
Ein flauer Magen.
Manchmal sogar Durchfall.
Der Körper ist schneller als der Verstand.
Er erinnert sich.
Nicht an das Jetzt –
sondern an Früher.
An Momente, in denen du klein warst.
Abhängig.
Bewertet.
Übersehen.
Wenn du dann still wirst, ist das kein Versagen.
Es ist ein Schutzmuster.
Ein altes, sehr kluges System, das einmal beschlossen hat:
„So bleibe ich sicher.“
Still werden, obwohl so viel gesagt werden will
Viele Frauen erzählen mir genau das:
Sie werden still.
Lassen den anderen reden.
Nicken.
Ziehen sich zurück.
Innen aber tobt es.
Gedanken kommen – und bleiben hängen.
Worte drängen nach oben.
Der Hals klopft vor dem, was gesagt werden möchte.
Und wenn dann doch ein Satz kommt,
zittert die Stimme.
Nicht vor Schwäche.
Sondern vor unterdrückter Kraft.
Das ist kein Zeichen mangelnder Kommunikationsfähigkeit.
Es ist ein Zeichen von Überanpassung.
Oder von Rückzug.
Oder von einem inneren Perfektionismus, der flüstert:
„Sag es nur, wenn es perfekt ist.“
Die Erschöpfung danach
Und dann kommt sie.
Diese Müdigkeit.
Diese Wut auf dich selbst.
„Warum habe ich wieder nichts gesagt?“
„Warum war ich schon wieder so klein?“
„Warum traue ich mich nicht?“
Bitte hör hier kurz zu:
Diese Wut gehört nicht gegen dich.
Sie ist ein Hinweis.
Ein Zeichen, dass etwas in dir gesehen werden möchte.
Dass ein Teil von dir müde ist, sich immer zurückzunehmen.
Was wäre, wenn du anfängst deinem Körper zu vertrauen?
Was wäre, wenn dein Körper nicht dein Feind ist –
sondern dein Verbündeter?
Was wäre, wenn diese Reaktionen dir zeigen wollen:
Hier geht es um mehr als diese eine Situation.
Vielleicht um alte Dynamiken mit den Eltern oder mit Lehrkräften.
Um Autoritäten, bei denen du früher abhängig warst.
Um das Gefühl, dich anpassen zu müssen, um geliebt zu werden.
Du darfst anfangen, dich zu fragen – ganz sanft:
-
Welches Schutzmuster springt hier an?
-
Wovor will es mich bewahren?
-
Und brauche ich es heute noch genauso?
Das ist Selbstfürsorge.
Kein Kampf.
Kein Zwingen.
Sondern ein liebevolles Hinschauen.
Du darfst größer werden, ohne lauter zu sein
Missgunst anderer Menschen sagt oft mehr über sie aus als über dich.
Und dein Verstummen ist kein Zeichen von Schwäche –
sondern von Tiefe.
Du darfst lernen, in deinem Tempo Raum einzunehmen.
Vielleicht zuerst auf dem Papier.
Vielleicht im inneren Dialog.
Vielleicht mit einem einzigen ehrlichen Satz.
Es soll kein Kampf sein,
eher innere Klarheit und Wachstum.
Alles Liebe
deine ImpulsStifterin 💛