🎙️ Gelesen von mir - für dich.
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Es ist nicht so, dass mir nichts einfällt.
Im Gegenteil.
Da ist ein Gedanke.
Ein guter.
Ein ehrlicher.
Einer, der etwas beitragen würde.
Ich spüre ihn schon.
Wie er sich formt.
Wie er leise in mir wächst.
Und dann …
ist das Gespräch weitergezogen.
Ein neues Thema liegt im Raum.
Die Tür ist zu.
Ich sitze noch da,
mit all dem, was ich hätte sagen wollen.
Und schlucke es runter.
Wieder einmal.
Kennst du dieses Gefühl?
Dieses leise Bedauern,
weil du innerlich noch beim Alten bist,
während außen schon etwas Neues beginnt?
Wenn Tiefe mehr Zeit braucht
In 1-zu-1-Gesprächen geht es mir gut.
Ich darf Pausen machen.
Ich darf langsamer sprechen.
Ich darf meine Worte im Kopf sortieren.
Da ist Raum.
Da ist Atem.
Da ist Begegnung.
Aber sobald mehr Menschen da sind,
verändert sich etwas in mir.
Es wird enger.
Unruhiger.
Schneller.
Nicht, weil ich nichts zu sagen hätte.
Sondern weil ich anders denke.
Meine Gedanken sind keine Schnellschüsse.
Sie sind eher wie Wasser,
das sich erst sammelt,
bevor es fließt.
Und während ich noch sortiere,
springen andere schon weiter.
Ein neues Thema.
Ein neuer Impuls.
Ein neuer Gedanke im Raum.
Und ich sitze da und denke:
Jetzt passt es nicht mehr.
Also werde ich still.
„Ich bin zu langsam“ – oder einfach anders?
Lange habe ich geglaubt,
mit mir stimmt etwas nicht.
Dass ich zu langsam bin.
Zu bedacht.
Zu wenig schlagfertig.
Heute glaube ich etwas anderes:
Ich bin nicht langsam.
Ich bin tief.
Ich brauche Zeit,
um Worte stimmig zu machen.
Um zu fühlen,
ob das, was ich sagen möchte,
wirklich meines ist.
Und diese Art von Denken
hat es schwer in Gruppen,
die schnell wechseln,
laut sind,
dynamisch.
Nicht jede Stimme ist dafür gemacht,
sich dazwischen zu werfen.
Manche Stimmen wollen eingeladen werden.
Wenn Rückzug zum Schutz wird
Wenn ich merke,
dass der Moment vorbei ist,
ziehe ich mich zurück.
Nicht aus Desinteresse.
Sondern aus Feinfühligkeit.
Ich will nicht stören.
Nicht zurückspringen.
Nicht etwas sagen,
das sich innerlich schon „verpasst“ anfühlt.
Und trotzdem bleibt dieses leise Ziehen:
Schade. Das war wichtig für mich.
Dieses Zurückhalten kostet Kraft.
Es kann müde machen.
Still frustrieren.
Und irgendwann entsteht daraus
eine leise Erschöpfung,
die niemand sieht.
Eine neue Perspektive – ganz sanft
Vielleicht geht es gar nicht darum,
schneller zu werden.
Vielleicht geht es darum,
dir innerlich zu erlauben:
- Meine Gedanken dürfen Zeit brauchen.
- Ich darf auch später etwas sagen.
- Ich darf einen Gedanken wieder aufgreifen.
Manchmal reicht ein Satz wie:
„Ich würde gern noch einmal kurz zu dem von vorhin zurückkommen.“
Oder:
„Mir ist gerade etwas dazu eingefallen, auch wenn wir schon weiter sind.“
Deine Tiefe verliert nicht ihren Wert,
nur weil sie nicht sofort kommt.
Eine Frage für dich
Was wäre,
wenn du aufhörst, dich zu beeilen?
Was wäre,
wenn du deiner Art zu denken
mehr Vertrauen schenkst?
Vielleicht bist du nicht gemacht
für schnelle Gesprächsrunden.
Vielleicht bist du gemacht
für echte Gespräche.
Und beides darf existieren.
Ein Gedanke zum Mitnehmen
Du bist nicht zu langsam.
Du bist gründlich im Fühlen.
Und das,
was aus dieser Tiefe entsteht,
ist oft genau das,
was wirklich etwas bewegt –
auch wenn es leiser beginnt.
Halte deine Gedanken nicht für zu spät.
Manche Wahrheiten brauchen einfach
den richtigen Moment.
Alles Liebe,
deine ImpulsStifterin 💛