Manchmal ist es nicht das Gespräch direkt. Sondern.
Es ist das Danach.
Du gehst nach Hause, stellst die Tasche ab, setzt dich –
und fühlst dich seltsam leer.
Nicht dramatisch.
Nur schwer.
Vielleicht fragst du dich dann:
Warum bin ich nach jedem Kontakt mit diesem Menschen so erschöpft?
Und fast automatisch kommt der nächste Gedanke:
Mit mir stimmt etwas nicht.
Doch vielleicht…
stimmt mit dir sehr viel.
Wenn der Körper früher weiß als der Kopf
Es gibt Begegnungen, die machen uns nicht wütend.
Sie machen uns müde.
Leise müde.
Dein Körper reagiert, lange bevor dein Verstand Worte findet.
Ein flacher Atem.
Angespannte Schultern.
Ein Kloß im Hals.
Und erst später merkst du:
Diese Müdigkeit hat einen Ursprung.
Emotionale Erschöpfung ist kein Zeichen von Schwäche.
Sie ist ein Hinweis.
Ein inneres Warnlicht.
Was „toxisch“ wirklich meint
Nicht jeder Mensch mit schlechter Laune ist toxisch.
Nicht jede Kritik ist Gift.
Toxisch wird es dort, wo etwas systematisch geschieht.
Wo ein Muster entsteht.
Drei leise Hinweise, die ich immer wieder beobachte:
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Nach dem Kontakt bist du regelmäßig ausgelaugt.
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Du beginnst, an dir und deiner Wahrnehmung zu zweifeln.
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Du kannst kaum benennen, was genau passiert ist – aber du fühlst: Es war nicht gut für mich.
Das Heimtückische ist nicht der einzelne Satz.
Es ist das Gefühl danach.
Dieses Ich bin kleiner geworden.
Die verschiedenen Gesichter toxischer Menschen
Vielleicht erkennst du dich in einer dieser Begegnungen wieder:
Der Kritiker
Er findet immer etwas, das besser ginge.
Selbst, wenn du dich gerade sehr gut fühlst.
Du erzählst von einem Erfolg – und fühlst dich danach unsicher.
Der Schuldverursacher
Er gibt viel.
Und du spürst eine unsichtbare Rechnung.
Nicht ausgesprochen – aber schwer.
Der Chaot
Immer Drama. Immer Krise.
Dein Nervensystem bleibt im Alarmzustand, auch wenn gerade nichts passiert.
Der Manipulator
Er verdreht Gespräche, stellt deine Gefühle infrage.
Du gehst verwirrt – und zweifelst an dir.
Der Energievampir
Er nimmt Zeit, Aufmerksamkeit, emotionale Präsenz.
Du bist da – als Publikum.
Und am Ende leer.
Nicht jeder Mensch ist immer so.
Aber wenn es zum Muster wird, kostet es Kraft.
Und irgendwann dich.
Eine wichtige Wahrheit, die oft übersehen wird
Ja – und das ist mir besonders wichtig:
Man kann Opfer toxischer Dynamiken sein.
Und man kann selbst toxisch handeln.
Nicht aus Bosheit.
Sondern aus alten Schutzmustern.
Manchmal zeigt sich das so:
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Schweigen statt Klarheit
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Rückzug statt Grenze
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Schuldgefühle erzeugen, statt Bedürfnisse zu benennen
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Kontrolle, um sich sicher zu fühlen
Das zu erkennen ist kein Grund für Scham.
Es ist der Beginn von Bewusstsein.
Heilung beginnt nicht mit Schuld.
Sondern mit Ehrlichkeit – dir selbst gegenüber.
Der innere Autopilot – und warum er anspringt
Viele von uns haben früh gelernt:
Konflikt ist gefährlich.
Grenzen kosten Liebe.
Anpassung bringt Sicherheit.
Dieser innere „Frieden-um-jeden-Preis“-Teil meint es gut.
Er will dich schützen.
Aber manchmal hält er dich genau dort fest, wo es eng wird.
Und dann reagierst du automatisch.
Nicht gewählt.
Nicht bewusst.
Die 30-Sekunden-Pause – ein leiser Anker
Es gibt ein kleines Werkzeug, das ich sehr schätze.
Es stammt aus dem NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren) – einem Ansatz,
der zeigt, wie stark Sprache, innere Bilder und Pausen unser Erleben verändern können.
Kein Zaubertrick.
Keine Härte.
Nur ein Innehalten.
Wenn du merkst, dass dich etwas trifft –
wenn du spürst, dass du gleich erklärst, rechtfertigst, dich verlierst –
dann nimm dir 30 Sekunden.
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Wahrnehmen: „Aha. Das ist ein Trigger.“
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Realitätscheck: „Ist das meine Wahrheit – oder die Projektion eines anderen?“
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Innere Grenze: Stell dir eine klare, durchsichtige Wand zwischen euch vor. Du hörst – aber du nimmst es nicht in dich hinein.
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Antwort wählen: Kurz. Ruhig. Ohne emotionale Ladung. Oder auch gar nicht.
Diese Pause ist kein Rückzug.
Sie ist Abgrenzung.
Ein Akt von Selbstfürsorge.
Warum sich das am Anfang falsch anfühlen kann
Grenzen setzen fühlt sich für viele Frauen erst einmal egoistisch an.
Fast unhöflich.
Doch oft ist es nur dein altes Programm, das panisch wird,
weil es Kontrolle verliert.
Du darfst höflich sein.
Und trotzdem geschützt.
Nicht jeder Mensch verdient deinen inneren Saferaum.
Manche bekommen Höflichkeit – mehr nicht.
Abschluss – zurück zu dir
Meine Einladung an dich mit diesem Text:
Nicht härter zu werden.
Sondern ehrlicher.
Deinem Körper wieder zu glauben.
Deinem Gefühl zu vertrauen.
Und dir selbst den Platz zu geben, den du so lange anderen überlassen hast.
Du musst niemanden ändern.
Aber du darfst entscheiden, wie nah er dir kommt.
Und manchmal beginnt Freiheit genau dort:
In 30 stillen Sekunden, in denen du bei dir bleibst.
Alles Liebe
deine ImpulsStifterin 💛