🎙️ Gelesen von mir - für dich.
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Manchmal sitze ich da
und halte eine Wahrheit in mir.
Ich spüre ihr Gewicht.
Ich weiß: Sie will raus.
Und gleichzeitig diese Frage:
Wird sie tragen – oder verletzen?
Vielleicht kennst du das.
Du willst ehrlich sein.
Aufrichtig.
Echt.
Und doch hast du Angst,
dass deine Ehrlichkeit beim anderen etwas aufreißt,
das weh tut.
Dann kommt sie, diese Unsicherheit:
- Ist das jetzt meine Verantwortung?
- Oder gehört diese Verletzung gar nicht zu mir?
Ehrlichkeit – und was wir oft mit ihr verwechseln
Ehrlichkeit hat einen guten Ruf.
Sie gilt als mutig.
Als stark.
Als richtig.
Doch nicht alles, was wahr ist,
wirkt automatisch heilend.
Manchmal ist Ehrlichkeit wie ein Spiegel,
der plötzlich zu nah gehalten wird.
Er zeigt etwas Echtes –
aber ohne Abstand, ohne Halt.
Dann fühlt sie sich nicht wie Nähe an,
sondern wie ein Schlag.
Das bedeutet nicht,
dass Wahrheit falsch ist.
Es bedeutet nur:
Wahrheit braucht Beziehung.
Deine Wahrheit – und die alten Wunden des Anderen
Ja.
Manchmal triggert deine Ehrlichkeit etwas im Gegenüber,
das lange vor dir entstanden ist.
Alte Verletzungen.
Frühere Zurückweisungen.
Nicht gesehene Gefühle.
Diese Reaktionen gehören nicht dir.
Du bist nicht verantwortlich für jede Emotion,
die dein Gegenüber empfindet.
Und doch bist du Teil des Moments,
in dem sie berührt wird.
Das ist kein Schuldpunkt.
Das ist Beziehung.
Emotionale Reife beginnt genau hier:
Nicht in Selbstverleugnung –
sondern in Bewusstheit.
Zwei Wahrheiten dürfen nebeneinander stehen
Das ist wichtig.
Vielleicht sogar das Wichtigste.
Du darfst ehrlich sein.
Und dein Gegenüber darf verletzt reagieren.
Beides kann gleichzeitig existieren,
ohne dass jemand „falsch“ ist.
Die Frage ist nicht:
„Hätte ich besser geschwiegen?“
Sondern:
Wie kann ich bei meiner Wahrheit bleiben,
ohne den anderen alleine zu lassen?
Hier entstehen Grenzen,
die nicht trennen,
sondern tragen.
Wann Ehrlichkeit verletzt – und warum
Ehrlichkeit wird oft dann schmerzhaft, wenn sie…
-
aus innerem Druck entsteht
-
aus Wut oder Recht-haben-Wollen kommt
-
ungefiltert ausgesprochen wird
-
mehr entlasten soll als verbinden
Dann ist sie zwar ehrlich,
aber nicht gehalten.
Und ja –
dann treffen Worte oft genau dort,
wo der andere ohnehin empfindlich ist.
Nicht, weil du böse bist.
Sondern, weil Worte ohne Kontakt
schwerer wiegen.
Wann Ehrlichkeit heilsam wird
Heilsame Ehrlichkeit klingt anders.
Sie sagt nicht:
„So ist es nun mal.“
Sondern:
„Das ist mein Gefühl – und ich übernehme Verantwortung dafür.“
Sie fragt nicht:
„Hältst du das aus?“
Sondern:
„Kannst du mich gerade hören?“
Verletzlichkeit bedeutet nicht,
alles ungefiltert zu sagen.
Sie bedeutet,
sich zu zeigen –
mit Achtung vor dem Raum dazwischen.
Der feine Unterschied: Wahrheit oder Entladung
Eine leise Unterscheidung,
die viel verändert:
- Spreche ich, um klar zu sein?
- Oder spreche ich, um mich zu entladen?
Beides ist menschlich.
Aber nur eines schafft Verbindung.
Wenn du aus Klarheit sprichst,
bleibst du bei dir.
Ohne Angriff.
Ohne Schuldzuweisung.
Dann wird Ehrlichkeit zu einer Brücke.
Nicht zu einer Waffe.
Ein liebevoller Impuls für dich
Vielleicht magst du dir das merken:
Bevor du ehrlich bist,
halte einen Moment inne.
Atme.
Und frage dich:
Dient das gerade der Verbindung –
oder meinem Ego?
Wenn du diese Frage ehrlich beantworten kannst,
bist du auf einem sehr bewussten Weg.
Abschluss – zum Mitnehmen
Nicht jede Verletzung,
die durch Ehrlichkeit entsteht,
ist ein Zeichen von Rücksichtslosigkeit.
Und nicht jedes Schweigen
ist Liebe.
Der Weg liegt dazwischen.
In Präsenz.
In Verantwortung.
Im Herzen.
Du darfst wahr sein.
Und weich.
Es ist kein bequemer Weg –
aber einer, der aus dem Herzen kommt.
Deine Impulsstifterin 💛