Wie sich Liebe mit den Jahren verändert

Manchmal ertappe ich mich in diesen stillen Momenten.

Wo ich zu ihm hinüberschaue, zu dem Mann, mit dem ich seit fast 25 Jahren durchs Leben gehe.

 

Und plötzlich spüre ich wieder so viel Liebe.

So viel Wärme.

So viel von dem, was im Alltag manchmal unsichtbar wird.

 

Es sind diese leisen Augenblicke, die mich erinnern:

Wir haben eine Geschichte.

Eine Tiefe.

Ein uns.

 

Und dann ertappe ich mich manchmal bei einer dieser leisen Fragen –

nicht darüber, ob ich mich irgendwann langweile…

sondern darüber, ob er es tut.

 

Ob er sich irgendwann in unserer Beziehung langweilen könnte.

Ob ich ihm noch all das geben kann, was er braucht.

Ob das, was wir haben, für ihn genauso lebendig, tief und bedeutungsvoll ist wie für mich.

 

Es ist kein ängstlicher Gedanke.

Eher ein zartes, stilles Nachfragen in Richtung seines Herzens.

Ein Moment von Verletzlichkeit, der wohl in jedem Menschen aufsteigt, der liebt.

 

Und je länger ich darüber nachdenke, desto deutlicher spüre ich:

Diese Frage führt mich nicht weg von uns –

sie bringt mich tiefer hinein.

 


 

Wenn Liebe erwachsen wird

 

Ich dachte lange, ich sei keine klassische Frau in einer klassischen Beziehung.

Vielleicht, weil unsere Verbindung so viele Jahre umfasst.

Vielleicht, weil unsere Geschichte nicht in die schnellen Beziehungsmuster unserer Zeit passt.

 

Doch dann habe ich angefangen genauer hinzusehen.

 

Früher war es selbstverständlich, sein Leben mit einem Menschen zu teilen.

Heute ist die Liebeswelt offener, bunter, vielfältiger geworden.

Ich habe Paare kennengelernt, die nach zwei Jahren getrennte Wege gehen.

Menschen, die offene Beziehungen leben.

Andere, die häufig neue Partner wählen, weil ihr Herzmensch noch nicht aufgetaucht ist.

 

Und dann frage ich mich manchmal:

Bin ich vielleicht doch eine klassische Frau in einer klassischen Beziehung?

 

Vielleicht ja.

Vielleicht nein.

Vielleicht muss es gar kein Etikett geben.

 

Denn am Ende lebe ich die Liebe, die für mich wahr ist.

Eine Liebe, die mich trägt.

Eine Liebe, die mich wachsen lässt.

Eine Liebe, die mich immer wieder ankommen lässt –

bei ihm, bei uns, bei mir selbst.

 

Ist das vielleicht die ehrlichste Form von „klassisch“, die es heute geben kann?

 


 

Das Knistern in unserer Beziehung hat sich verändert.

Es ist ein anderes geworden.

Tiefer. Wärmer.

Nicht mehr laut und funkelnd, sondern eher wie ein Licht, das von innen heraus leuchtet.

 

Die Zweisamkeit hat eine neue Form bekommen.

Die Intimität auch.

Die Vertrautheit ist gewachsen –

mehr, als ich mir mit Anfang zwanzig hätte vorstellen können.

 

Und ja, manchmal spüre ich ein leises Innehalten.

Ein Prüfen.

Ein Fragen.

 

Doch wenn ich ehrlich bin, bin ich in dieser Beziehung unendlich gewachsen.

Jahr für Jahr.

Ich habe gelernt.

Ich habe gefühlt.

Ich habe durch ihn Seiten von mir entdeckt, die ich allein nie gesehen hätte.

 

Natürlich gab es Zeiten, in denen einer von uns schneller wuchs als der andere.

Momente, in denen ein Herz voranging, während das andere noch in einem Prozess steckte.

 

Viele Paare verlieren sich genau dort.

Sie hören auf, einander zuzuwenden.

Sie hören auf, wirklich hinzuhören.

Und plötzlich lebt man nebeneinander her, ohne es zu merken.

 

Auch uns ist das passiert.

Der Alltag kann laut sein.

Er kann fordernd sein und unbarmherzig.

 

Doch wichtig ist:

Wir haben uns immer wieder erinnert.

Uns reflektiert.

Uns nicht blind treiben lassen.

 

Und wenn einer von uns gerade nicht in der Lage war, das Gemeinsame zu halten,

weil die eigenen Themen zu schwer waren,

dann gab es immer noch den anderen Weg:

den Weg zu sich selbst.

 

Manchmal braucht es den Partner nicht, um die Liebe zu retten.

Manchmal genügt das eigene Wachstum,

um den anderen wieder mit anderen Augen zu sehen.

Mut in Beziehungen – wenn wir bleiben, obwohl es schwer ist

 

Ich glaube, dass es auch Mut braucht, in einer Beziehung zu bleiben.

Nicht in Beziehungen, die uns klein machen, verletzen oder über Grenzen gehen –

sondern dort, wo es eigentlich Liebe gibt,

aber gerade Schatten auftauchen.

 

Mut, dann nicht sofort wegzulaufen.

Nicht beim ersten Schmerz die Flucht zu ergreifen.

Mut, dazubleiben, wenn es unbequem wird.

 

Ich will nicht sagen, dass jede Beziehung unendlich viele Chancen verdient.

Manchmal ist ein klarer Schnitt notwendig,

damit der Schmerz nicht größer wird.

 

Aber oft frage ich mich,

ob wir nicht manchmal zu schnell vor den eigenen Schatten davonlaufen.

Ob wir wegsehen, weil es weh tut.

Und ob wir uns damit nicht selbst das Wachstum nehmen,

das uns im Inneren ruft.

 

Denn meist begegnen wir – in der nächsten Beziehung –

doch wieder einem Menschen, der uns dieselben Themen spiegelt.

Die gleichen Wunden berührt.

Die gleiche Angst in uns auslöst.

 

Vielleicht ist es deshalb manchmal wertvoll,

einem Schatten nicht auszuweichen.

Ihm standzuhalten.

Zu bleiben.

Hinzuwenden, was wir sonst verstecken.

 

Nicht, weil alles heilbar sein muss.

Sondern weil Wachstum dort beginnt,

wo wir aufhören zu rennen.

 

Und vielleicht – nur vielleicht –

steht ja genau der Mensch an unserer Seite,

der bereit wäre, diesen Weg mit uns zu gehen.

 

Nicht perfekt.

Nicht ohne Stolpern.

Aber gemeinsam.

 

Manchmal lohnt es sich, trotz allem noch einmal hinzusehen.

Noch einmal Mut zu fassen.

Noch einmal zu sagen:

Ich bleibe – weil ich mich diesem Schatten endlich stellen möchte.

 

Nicht Zahn um Zahn.

Aber Herz zu Herz.

 


 

Eine Einladung an die Liebe in dir

 

Vielleicht möchtest du dir heute eine stille Frage stellen:

 

Wie hat sich meine Liebe verändert? Und darf sie das?

 

Liebe ist ein bewegliches Wesen.

Sie wächst, wenn wir wachsen.

Sie wandelt sich, wenn wir uns wandeln.

 

Du darfst neugierig sein.

Du darfst sprechen – und zuhören.

Du darfst fühlen, auch wenn es unordentlich ist.

Du darfst Schatten fürchten – und trotzdem hindurchgehen.

 

Und vor allem:

Du darfst eine Liebe leben, die zu dir passt.

Eine Liebe, die dich nährt.

Eine Liebe, die dich wachsen lässt.

Ein Dank, der bleibt

 

Und zum Schluss…

möchte ich etwas sagen, das aus tiefstem Herzen kommt.

 

Danke.

 

Danke an meinen Mann.

Meinen Freund.

Meinen Wegbegleiter.

 

Danke für 25 Jahre Licht und Schatten.

Für all die Wege, die wir gemeinsam und allein gegangen sind.

Für das Wachsen, das Ringen, das Wiederfinden.

 

Danke, dass es dich gibt.

Danke, dass wir uns gewählt haben.

Ich liebe dich.

 

Vielleicht ist das am Ende das Schönste an einer langen Liebe:

Sie bleibt – nicht, weil sie immer leicht ist,

sondern weil man immer wieder Ja sagt.

Leise.

Ehrlich.

Von Herzen.

 

Alles Liebe 

deine Impulsstifterin 💛

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